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index (© Herzerlfresser (c) Arno Declair)

Der Herzerlfresser

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(Malheureusement ce texte n'existe pas en français.)

"Ein Sprachstück mit grausamen Kaspern, die Metaphern für bare Münze nehmen, was im Falle solcher Wendungen wie ‚jemanden zum Fressen gern haben? oder ‚ein Herz erobern? blutige Folgen hat" - so beschreibt Ulrich Seidler in der Berliner Zeitung den herzerlfresser des jungen Österreichers Ferdinand Schmalz (Jahrgang 1985). Da ist es kaum verwunderlich, dass zwei im wahrsten Sinne des Wortes herzlose Frauen, die als Leichen gefunden werden, am Beginn des Stückes stehen, das am 28. November 2015 am Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Ronny Jakubaschk Premiere hatte.

Oberflächlich rankt sich die Handlung um die diesbezüglichen Ermittlungen des Gangsterers Andi im Auftrag des Bürgermeisters. Darüber hinaus geht es dem Autor aber darum, sprachliche Metaphern über den Körper zu demaskieren, zu dechiffrieren und zu sezieren - und wenn es denn sein muss, dann eben den ganzen Körper gleich mit, so wie es auch Fleischer Herbert mit seinen Schweinehälften tut. Und wenn dieser der schönen Florentina "eine Liebe, in der man sich auflösen wird", verspricht, dann darf das getrost als Drohung verstanden werden.

Höhepunkt ist schließlich die Eröffnung eines - und auch das ist natürlich mit doppelter Bedeutung versehen - im Sumpf erbauten Einkaufszentrums, bei der ein tödlicher Schuss fällt.

» Was Elias Arens, der wie ein Vampir mit blutigen Händen auftritt, beim Sprechen und Zuhören scheinbar unbeabsichtigt mit seinen Beiß-, Kau- und Schluckwerkzeugen macht, verdeutlicht auf das Schönste die organische Nähe von Essen und Sprechen. Und so, wie die Worte bei Ferdinand Schmalz beschaffen sind - seltsam dingliche und konkrete Brocken und Happen - überkommt einen allein vom Zuhören ein Gefühl von Sättigung, mindestens von Sättigung. Berliner Zeitung / Frankfurter Rundschau, Ulrich Seidler

» Schmalz hat es auf den Körper abgesehen, in seiner konkreten Beschaffenheit, als verkannter Ort des Wissens und als Metaphern-Lieferant. "Der Fuß weiß doch am ehesten, woher wir kommen und wohin wir gehen", sagt zum Beispiel die Fußpflegerin Irené. Für solche Sätze wird Ferdinand Schmalz geliebt. Warum reden wir mit dem Mund, "diesem Suppenschlitz", durch den auch alle Nahrung geht, fragt Herbert; warum nicht mit dem Arschloch, ergänzt Florentina. Ihr Gespräch tarnt sich als Flirt, mit dem Florentina, von Lorna Ishema als selbstbewusste Draufgängerin gespielt, Herbert auf den Zahn fühlen will, ob er vielleicht der gesuchte Mörder ist. [...] Eine Horrorstory also. Aber wie jeder gute Horror eingebettet in einen gesellschaftskritischen Kontext - sprich: das Einkaufszentrum. Es wurde vom Bürgermeister Rudi (Harald Baumgartner), der nur aus Floskeln, von einer roten Schärpe zusammengehalten, zu bestehen scheint, wider besseren Wissens auf einen Sumpf gebaut [...]. taz, Katrin Bettina Müller

» Die Stücke von Ferdinand Schmalz entwickeln ihre Anziehungskraft durch die spannungsvolle Gleichzeitigkeit von sprachlich-gedanklicher Reflexionslust und einem leicht zugänglichen Handlungsgegenstand, der zum Sinnbild des Allgemeinen stilisiert wird. [...] Hier schreibt einer mit großem Talent. Einer, der nicht nur an die Kraft der parabelhaften Erzählung glaubt, sondern auch an die Macht des Manierismus, "die Dinge aus den Wörtern herauszubrechen", wie er in einem Interview gesagt hat. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Simon Strauß  




Mit
Gangsterer Andi Thorsten Hierse
Fauna Florentina Lorna Ishema
Bürgermeister Rudi Harald Baumgartner
Herbert Elias Arens
Irené Isabel Schosnig Regie Ronny Jakubaschk
Bühne & Kostüm Matthias Koch
Musik Bastian Bandt
Dramaturgie Hannes Oppermann Produktion Deutsches Theater Berlin Premiere am 28. November 2015, Deutsches TheaterJeudi 9  MARS 2017 à 20h00 (tickets)

DURÉE 1h15 Einführung zum Stück von Frau Simone Beck eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn (in Deutsch)

Adultes 20 €/ Jeunes 8 € / Kulturpass bienvenu
Lieu: Grand Théâtre / Studio


Contacts pour cet événement

Internet: http://www.theatres.lu/-p-20002044.html


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- Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, LUXEMBOURG - Luxembourg


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