Tom auf dem Lande

18/11/17

MICHEL MARC BOUCHARD
DEUTSCH VON FRANK HEIBERT
In Deutsch


Tom ist schwul. Tom ist Städter. Tom ist erfolgreich. Er soll auf der Beerdigung seiner großen Liebe eine Rede halten, aber auf keinen Fall darf die Wahrheit ans Tageslicht kommen, dass der Verstorbene homosexuell war und nun sein Lebensgefährte spricht. Vor allem aber soll Mutter Agathe in der Illusion weiterleben, dass ihr Sohn eine Freundin Sara hatte.

Um zu verstehen, fährt Tom mit dem Auto in die Provinz aufs Land, dorthin, wo die Menschen anders sind. Nicht schwul, nicht Städter, nicht erfolgreich, wo sein verstorbener Freund einst aufwuchs, zu Mutter Agathe und Bruder Francis. Es entspinnt sich ein antikes Drama vor ländlichem Hintergrund, das Gemälde einer Gesellschaft, die sich durch Abgrenzung definiert und ihren eigenen Gesetzen folgt. Und jetzt begegnet diese Gesellschaft Toms Sehnsucht nach Wahrheit, Offenheit und Leben - und Tom begegnet ihr. Francis will mit Gewalt verhindern, dass die Wahrheit herauskommt, gleichzeitig scheint er seine Trauer über den Tod seines Bruders überwinden zu wollen, indem er sich Tom nähert. Liebt er ihn? Hasst er ihn? Halt er Tom für seinen Bruder?

In Tom auf dem Lande von Michel Marc Bouchard, einer Koproduktion mit dem Staatstheater Saarbrücken, entwickelt sich unter der Regie von Max Claessen eine lebensbedrohliche Geschichte auf der Suche nach Identität und Wahrheit, während die ganz eigene Wahrheit des Toten über allem zu schweben scheint - bis schließlich Sara auftaucht.

» Bouchard gelingt es, dieses etwas stereotype Setting in eine emotional hochkomplexe Tragödie zu überführen, die sogar einen überraschenden Schluss bereit hält, in dem mit Blut nicht gegeizt wird [?...]. Dramatische Handwerkskunst par excellence gepaart mit politischer Positionierung - ein Stück also, das das Zeug hat, in nächster Zeit noch oft nachgespielt zu werden. nachtkritik.de, Kai Bremer zur deutschen Erstaufführung in Münster von Tom auf dem Lande

» Man sollte sich Max Claessens Inszenierung nicht entgehen lassen. Er nimmt dem Text die Schwere, ohne ihm die Intensität zu nehmen [...]. Tageblatt, Marion Adlung zu Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheisjugend

» [Max Claessen] findet ausdrucksstarke Bilder für die abstrakten Themen des Abends und schafft es, die bruchstückhaften Erinnerungen zu einer funktionierenden und extrem wirkungsvollen Einheit zu verschmelzen. Trierischer Volksfreund, Kathrin Schug zu Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend




Mit Christiane Motter, Gintare Parulyte, Konstantin Rommelfangen, Pitt Simon Inszenierung Max Claessen
Bühne & Kostüme Mirjam Benkner Produktion Les Théâtres de la Ville de Luxembourg
Koproduktion Staatstheater Saarbrücken Aufführungsrechte beim Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg Mercredi 15  NOVEMBRE 2017 à 20h00 (tickets)
Samedi 18  NOVEMBRE 2017 à 20h00 (tickets)
Mardi 21  NOVEMBRE 2017 à 20h00 (tickets)
Mardi 28  NOVEMBRE 2017 à 20h00 (tickets)
DURÉE inconnue, spectacle en création Einführung zum Stück von Frau Simone Beck eine halbe Stunde vor jeder Vorstellung (in Deutsch)
Adultes 20 €, 15 €, 8 € / Jeunes 8 € / Kulturpass bienvenu
Lieu: Théâtre des Capucins