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index (© Terror (c) Arno Declair)

Terror

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Verbrechen. Schuld. Tabu. Die Bücher von Bestseller-Autor Ferdinand von Schirach tragen kurze, prägnante Titel. Und ebenso klar und präzise ist auch die Sprache des Strafverteidigers, der sich immer wieder mit dem Wesen des Verbrechens auseinandersetzt. Nun hat der Erfolgsschriftsteller sein erstes Theaterstück auf die Bühne gebracht: Premiere war am 3. Oktober 2015 mit Aufführungen am Deutschen Theater Berlin und zeitgleich am Schauspiel Frankfurt. Und wieder könnte der Titel nicht knapper sein: Er lautet schlicht Terror . Doch dahinter verbirgt sich ein ganzes Universum von Fragestellungen, nicht nur juristischer, sondern vor allem auch moralischer Natur.

Ein Passagierflugzeug wird auf seinem Weg nach München von Terroristen entführt und soll dort in der Allianz-Arena zum Absturz gebracht werden. Kampfpilot Lars Koch muss entscheiden, ob er das Flugzeug mit 164 Menschen an Bord abschießt oder nicht - und durch sein Unterlassen möglicherweise eine noch größere Katastrophe in Kauf nimmt. Vor einem Schöffengericht - bestehend aus dem Theaterpublikum - muss er sich schließlich für seine Entscheidung rechtfertigen.

Selbst wenn es in diesem Fall eine - und nur eine - aus juristischer Sicht korrekte Entscheidung geben sollte, so wird doch vor allem eines klar: Recht und Gerechtigkeit gelangen hier an ihre Grenzen. Sie taugen nicht als Maßstab für eine derartige Ausnahmesituation. Daher, schreibt Peter Laudenbach in der Süddeutschen Zeitung vom 5. Oktober 2015, "führt der Prozess nicht zu einer Klärung, sondern zurück auf seinen Ausgangspunkt: also auf ein nicht auflösbares moralisches Dilemma".

» In eingeblendeten Videos von Daniel Hengst sausen Flugzeuge, Gerichtshofimpressionen, Gesetzbücher und anderes mehr über die Rückwand. Stets ist die Kamera wild bewegt, rasen die Bilder stürmisch dahin, als kämen sie - wie vielleicht die Wirklichkeit im Kopf des Piloten - fast mit Schallgeschwindigkeit daher. [...] Gerechtigkeit, scheint es, hat hier wenig mit Recht zu tun und Recht nichts mit dem Leben und Fühlen der Zuschauer. Das Publikum muss schließlich entscheiden [...], ob es nach einer kurzen Pause durch Türen mit der Aufschrift "Schuldig" oder eben "Unschuldig" zurück in den Saal kommt. In Berlin wurde Lars Koch mit 2055 zu 207 Stimmen freigesprochen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Irene Bazinger

» Die Schlusspointe ist raffiniert und konsequent. Die Schöffen, also die Zuschauer, müssen entscheiden, ob der Angeklagte des 164-fachen Mordes für schuldig befunden oder freigesprochen wird [...]. Der Jurist Ferdinand von Schirach bietet für beide Entscheidungen überzeugende Urteilsbegründungen an. Damit treibt er die Aporie seines Gedankenexperiments auf die Spitze: Wenn beide Urteile, der Freispruch wie die Verurteilung wegen Mordes, glasklar zu vertreten sind, führt der Prozess nicht zu einer Klärung, sondern zurück auf seinen Ausgangspunkt: also auf ein nicht auflösbares moralisches Dilemma. Süddeutsche Zeitung, Peter Laudenbach  




Mit
Vorsitzende Almut Zilcher
Angeklagter Lars Koch Timo Weisschnur
Verteidigerin Biegler Aylin Esener
Staatsanwältin Nelson Franziska Machens
Zeuge Christian Lauterbach Helmut Mooshammer
Zeugin Franziska Meiser Lisa Hrdina Regie Hasko Weber
Bühne Thilo Reuther
Kostüme Camilla Daemen
Video-/Soundart Daniel Hengst
Dramaturgie Ulrich Beck Produktion Deutsches Theater Berlin Uraufführung am 3. Oktober 2015, Deutsches TheaterVendredi 10  MARS 2017 à 20h00 (tickets)
Samedi 11 MARS 2017 à 20h00 (tickets)
DURÉE 1h40 & entracte Einführung zum Stück von Frau Simone Beck eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn (in Deutsch)

Adultes 20 €/ Jeunes 8 € / Kulturpass bienvenu
Lieu: Grand Théâtre / Arrière-Scène


Kontakte zu dieser Veranstaltung

Internet: http://www.theatres.lu/-p-20002046.html


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- Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, LUXEMBOURG - Luxembourg


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Luxembourg


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10.03.2017

20:00 (Horaire)
Freitag, 10.03.2017


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